Genderkompetenz ist die personale Schlüsselkompetenz, mit der (pädagogische) Fachkräfte geschlechtssensibel und geschlechtsbezogen handeln können.

Gender-Kompetenz zeichnet sich qualitativ durch einen bewussten und reflektierten Umgang mit dem Gender-Paradox (vgl. Lorber) aus:
"Gender" wird zum einen als Analyseinstrument genutzt, um den Blick auf die einschränkenden Aspekte von Geschlecht zu lenken. Hier wird eine geschärfte Wahrnehmung von Hierarchien, Geschlechterstereotypen und geschlechts- bezogener (struktureller und personaler) Diskriminierung entwickelt.
Zum anderen wird „Gender“ zur Beschreibung der Perspektive genutzt, in der Geschlecht im Sinne von Gender unrelevant ist, weil geschlechtliche Einschränkungen abgebaut sind. Das Ziel von Gender-Kompetenz in der Pädagogik ist es demnach, Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu ermächtigen, ihre Art des „doing gender“ eigenständig, unabhängig und selbstbestimmt zu leben.

Gender-Kompetenz ist auf der Ebene der Personalentwicklung die Voraussetzung, um Prozesse des Gender-Mainstreaming sowie die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben (z.B. §9 Abs. 3 KJHG) qualifiziert umsetzen zu können.